„Das ist eine lebensgefährliche Kreuzung!“ steht auf dem roten Plakat, das seit Samstag an der Prenzlauer Promenade vor der Einbiegung in die Gustav-Adolf-Straße warnt. „Ist ein Menschenleben billiger als ein Warnschild?“ fragt ein neongrünes Schild. Und auf einem gelben steht : „Wir verweisen seit Jahren auf das Problem. Nichts wurde getan!“

Anwohner haben die knallbunten Protestplakate angebracht, um deutlich auf die Gefahren hinzuweisen, denen Fußgänger und Radfahrer – darunter auch viele Kinder – an dieser Stelle ausgesetzt sind. Von der stark befahrenen Prenzlauer Promenade kommend biegen Busse, Pkws, Lkws und Motorräder hier in die Gustav-Adolf-Straße ab und überqueren dabei den parallel laufenden Fahrradweg. Nicht wenige missachten dabei die Vorfahrt der Radler und fahren zudem zu schnell. Ebenso gefährdet sind die Fußgänger, deren Weg über die Verkehrsinsel sich auch genau an dieser Stelle befindet.

Gefährlich unübersichtlich

Ein zusätzliches Risiko entsteht durch die Plakatsäule, die kurz vor der Abbiegung in die Gustav-Adolf-Straße rechts auf dem Gehweg steht und damit dem abbiegenden Verkehr die Sicht auf die Fußgänger erschwert. Gerade für Kinder sei diese Straßenquerung „lebensgefährlich“, kritisieren die Initiatoren der Plakataktion. Sie fordern, den Überweg endlich sicherer zu gestalten – zum Beispiel durch einen Zebrastreifen, eine Ampel oder zumindest Warnschilder, die auf die „gefährliche Kreuzung“ aufmerksam machen.

Verkehrskonzept der IG Weißenseer Spitze

Die Interessengemeinschaft (IG) Weißenseer Spitze hat in den vergangenen Jahren immer wieder im Gespräch mit Politikern auf diese problematische Verkehrssituation hingewiesen, mit der viele Kinder aus dem Kiez auf ihrem Weg zur Schule oder Kita konfrontiert sind. In ihrem Verkehrskonzept dringt die IG so auch darauf, die Gefahrenquelle an der Einbiegung in die Gustav-Adolf-Straße zu entschärfen und bis zum Hamburger Platz Tempo 30 sowie die Rechts-vor-links-Regel einzuführen, um den Verkehr insgesamt zu beruhigen und für mehr Verkehrssicherheit im Kiez zu sorgen.

Mehr Schulwegsicherheit gefordert

In einem aktuellen Schreiben an den zuständigen Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn (Bü90/Die Grünen) fordert die IG Weißenseer Spitze zudem die Schulwegsicherheit für Kinder und Jugendliche zu verbessern. Diese ist aus Sicht vieler Eltern nicht nur entlang der Gustav-Adolf-Straße und der Prenzlauer Promenade gefährdet, sondern zum Beispiel auch insbesondere bei der Querung der zu Stoßzeiten vielbefahrenen Roelkestraße.